KFV-Rosenheim
Gefahrguttraining bei Infraserv-Gendorf



Bei strahlendem Wetter setzte sich ein eigens zusammen gestellter Gefahrgutzug aus dem Landkreis Rosenheim mit 6 Fahrzeugen und 25 Ausbildungsteilnehmern am Samstag den 07.05.2011 nach Gendorf in Bewegung.


Am Werkstor angekommen spendierte die FW Edling für alle Teilnehmer ein Frühstück (Kaffee, Butterbrezen, Gebäck) bis Fachbereichsleiter Ch. Hof die Formalitäten erledigt hatte. Anschließend fuhr der Gefahrgutzug zum Trainingsplatz.

Dort wurden wir begrüßt von dem WF- Schichtleiter Gendorf mit seinen Kollegen und in einem sehr kurzen Unterrichtsblock wurden das Werk Gendorf und die WF Gendorf vorgestellt. Anschließend wurde sofort mit der praktischen Ausbildung begonnen.

Die erste Übung zum Anfang war “leicht“ zu bewältigen. Angenommen wurde ein Bahnkesselwagen in dem ein Arbeiter eine Tankreinigung durchführte und dabei bewusstlos wurde. Der Schwerpunkt lag hierbei die Gefahren zu erkennen und schnelle Rettungsmaßnahmen unter Beachtung des Eigenschutzes und der evtl. Chemikalien Dämpfe durch zu führen. Hierbei waren auch die Gefahrgutmessungen von Bedeutung. Besonders für die „Crash-Rettung“ mussten die geeigneten Geräte sortiert werden um einen guten Erfolg zu erzielen. Die Einsatzleitung und die GF hatten wirklich sehr gute und viele Lösungen gefunden, dass dem WF Ausbilder kaum andere alternativen eingefallen sind. Er führte im Abschlussgespräch die Vor und Nachteile der verschiedenen Lösungen aus der Alltagserfahrung auf.

 
 

Nach einer kurzen Verschnaufpause fuhr der Gefahrgutzug zu einer neuen Einsatzstelle unter einer neuen Führungsmannschaft. Die zweite Lage hatte es in sich. Angenommen wurde eine Explosion in einer Produktionsstätte. Diese entstand durch Arbeiten in einem Behälter. Dabei wurde ein Sicherungsmann vom Behälter zu Boden geschleudert und zwischen Produkten eingeklemmt. Sein Mitarbeiter war im Behälter eingeschlossen. Dabei trat das Produkt Chlor aus und die Chlorwolke zog über den Eingeklemmten in das Werksgelände.

Die anrückenden Spezialisten des Gefahrgutzuges erkannten den Ernst der Lage sofort und betreuten unter schwerem Atemschutz die eingeklemmt Person. Geistesgegenwertig setzte die Einsatzleitung einen Lüfter zum Abtreiben der Chlorwolke auf den Eingeklemmten ein. Dabei hörten sie durch Klopfzeichen den zweiten Mitarbeiter der im Behälter eingeschlossen war. Auch hier musste unter Schutzkleidung die Person aus dem Behälter gerettet werden das wegen dem unruhigen Mitarbeiter sowie der Behältertiefe bzw. Höhe etwas schwierig war. Über eine Hydrantenleitung wurden Wasserwerfer zum Niederschlagen der Dämpfe eingesetzt sowie zur Befreiung der eingeklemmten Person kamen Brechstange und Hebekissen zum Einsatz. Zeitgleich wurde ein Notdekonplatz vorbereitet, Gefahrgutmessungen und ein CSA Trupp für weitere Maßnahmen ausgerüstet. Anschließend musste ein CSA Trupp am Tank eines Gefahrgutbehälters die Flanschschrauben nachziehen damit kein Produktaustritt mehr erfolgte. Der gesamte Gefahrgutzug löste alle Aufgaben mit einer bewundernswerten perfekten Routine und auch die ständigen „I-Tüpferl“ (Sondereinlagen) der Ausbilder brachten den Zug nicht aus dem Konzept. Alle Teilnehmer arbeiteten Hand in Hand und die natürliche Hitze konnte Ihnen auch nichts anhaben. Im Gegenteil sie forderten den Organisator und die Ausbilder heraus noch mehr und noch schwieriger Übungen am Nachmittag auf zu stellen. Dies war für uns Übungsvorbereiter wie „Musik in den Ohren“. Beim gemeinsamen Mittagessen überlegten wir uns noch mehr realistische Details für die Nachmittagsübung aus und mit voller Begeisterung haben die Ausbilder ihr Szenario ausgeweitet. Wegen der großen Begeisterung der Teilnehmer verkürzten wir auf Wunsch die Mittagspause um mehr Zeit für die große Abschlussübung zu bekommen. Es wurden auch noch alle verfügbaren PA Geräte, CSA´ler, Sondergeräte, Löschmittelreserven etc. vorbereitet, da eigentlich alles verbraucht wurde. Es war beeindruckend wie alle Teilnehmer alles bis ins Letzte versuchten um die Nachmittagsübung mit voller Mannschafts- und Gerätestärke fahren zu können.













 

Frisch gestärkt und nicht Mittagsmüde fuhr der Übungszug zur Übungsstelle unter der dritten neuen Führungsgruppe. Angenommne Lage: VU – PKW gegen Kesselwagen mit Leck, PKW brennt, Fahrer ausgestiegen und gestürzt,- Bewusstlos, zweiter PKW Person überfahren sowie Gasleitung beschädigt. Die Übung wurde unter echtem Feuer gefahren. Nach einer sehr kurzen aber sehr effektiven Lageerkundung konnte der Einsatzleiter seinen Gruppenführern gezielte Anweisungen geben, die diese der Mannschaft überbrachten und diese wieder in einer Routine absolvierten, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Die Ausbilder Gendorf waren so angetan, dass sie ständig neue Einlagen (z.B. Entzünden des zweiten PKW´s, Entzünden des Nachbargebäudes = Container mit Gasflaschen etc. Flüssigaustritte, Umwelt- Kanal etc.) ein brachten. Besonderes realistisch wurde die gesamte Übung, da die FW Stephanskirchen Löschschaum – kostenlos – zur Verfügung gestellt hat. Beim Abschlussgespräch mit Kaffee und Gebäck, gesponsert von der FW Edling, zeigten sich die Teilnehmer erschöpft, aber zufrieden. Die Ausbilder waren fasziniert, sie gaben zu, dass ihnen keine weiteren „Einlagen“ mehr eingefallen sind. „Jede Lage wurde sofort erkannt, schnell und perfekt abgearbeitet, die Mannschaft hat wie ein feines Uhrwerk perfekt zusammengespielt“, so der Tenor der Ausbilder.
Nach der Kaffeepause wurde eine Werksfahrt absolviert sowie die Messgeräte der WF Gendorf und ihre Wache besichtigt.
 
 
 
Leider kann dieses Ausbildungsprogramm frühestens 2014/15 wieder angeboten werden. Die WF Gendorf hat in den letzten Jahren nur für uns diesen Ausbildungstag angeboten, das wir nicht zuletzt auch den persönlich guten Kontakten unseres Fachbereichsleiter Christian Hof zu den Kollegen der WF Gendorf verdanken können. Um das Angebot jedoch nicht zu überbeanspruchen, setzen wir deshalb mind. die nächsten zwei Jahre aus. Wir möchten uns bei der WF Gendorf für die hervorragenden und noch dazu kostenlosen Ausbildungstage bedanken und freuen uns, dass wir bereits jetzt für das Jahr 2014 eine vorläufige Zusage für weitere Ausbildungstage erhalten haben.

Bis Dato konnten in den letzten vier Jahren 135 Mann das Ausbildungsangebot der WF Gendorf nutzen.


Bericht und Fotos: Christian Hof, Fachbereichsleiter Gefahrgut


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