KFV-Rosenheim
Chemieschutzausbildung des Landkreises in Vogtareuth



Sechs Feuerwehrleuten des Landkreises konnte am Samstag, den 13.08. im Zuge der Ausbildung zum Chemieschutzanzugträger die Urkunde zum bestandenen Lehrgang in Vogtareuth überreicht werden.

Einen Abend in theoretischer Unterweisung und einen ganzen Tag lang bei der praktischen Ausbildung zeigten die Feuerwehrmänner unter den für die Atemschutzausbildung zuständigen Trainern Hermann Kratz und Christian Hof, ganzen Einsatz.

Das Tragen eines Chemieschutzanzuges ist nicht nur eine gewichtige Sache. Unter dem Anzug der mehrere Kilo auf die Waage bringt hat der Träger ein komplettes Pressluftatmer-System mit Helm und Sprechfunkgarnitur das ca. 18 Kilo wiegt zu tragen. Auch die psychische Komponente ist nicht zu verachten. In einem hermetisch abgeschlossenen System bei eingeschränkter Sicht und Kommunikationsmöglichkeit müssen die Träger Leckagen an verunfallten Gefahrguttransportern beheben, auslaufende Fässer bergen oder im schlimmsten Fall Personen aus einem Gefahrenbereich bringen. Der CSA-Träger geht also dahin wo in normaler Kleidung auf Dauer kein Überleben möglich wäre! Aus diesem Grund wurde bei der Ausbildung auch das Hauptaugenmerk auf die absolut perfekte Vorbereitung des Einsatzes gelegt. Hier ging es nicht um Sekunden sondern um ein möglichst sicheres und korrektes Anlegen des Schutzanzuges. Aber auch die Theorie kam nicht zu kurz. Immer wieder unterbrachen die Trainer das Übungsgeschehen und gaben Tipps und Tricks zur Bewältigung diverser Probleme.


Den Vormittag widmeten sich die sechs Teilnehmer dem Anlegen des Anzuges als Träger wie auch als Helfer und machten einige Gewöhnungsübungen um sich mit dem ganzen System vertraut zu machen. Darunter war auch ein kleiner Marsch um das Feuerwehrhaus und auf den Schlauchturm um die eigene Belastbarkeit zu testen. Denn eines ist klar, körperliche Fitness ist eine der Voraussetzungen für diese spezielle Art von Feuerwehreinsätzen. So ist das Auffüllen der eigenen Flüssigkeitsreserven mit ca. 1 Liter Mineralwasser nach einer Einsatzeinheit ein absolutes Muss denn das ist in etwa die Menge die man beim Einsatz verliert. Aber auch bei bester Kondition ist nach 20 Minuten spätestens das Einsatzende gekommen, denn dann ist der Pressluftvorrat so weit zusammengeschrumpft und der zweite Teil des Einsatzes beginnt. Die Dekontamination. Ist der CSA-Träger mit giftiger Chemikalie in Berührung gekommen muss er davon befreit werden. Die geschieht in einem speziell dafür hergerichteten Bereich dem Dekon-Platz. Die Einrichtung und der Betrieb dieses Platzes wurden, zusammen mit dem Durchspielen verschiedener Einsatzszenarien, am Nachmittag des Lehrgangtages geübt. Sehr komplex ist das Zusammenspiel der Kräfte an diesem Platz, denn im Ernstfall hängen von der Gewissenhaftigkeit der Beteiligten die Gesundheit der CSA-Träger und auch die Unversehrtheit der Umwelt ab. So wurde immer wieder, von den Ausbildern kommentiert und korrigiert, das richtige Dekontaminieren und anschließende Entkleiden der Träger geübt.


Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Einsatz von Chemieschutzträgern mit zu den Aufwändigsten taktischer, materieller aber auch personeller Art, innerhalb der Feuerwehr gehört. Umso höher ist die Bereitschaft der teilnehmenden Männer aus Bad Endorf, Prien und Vogtareuth zu bewerten, die ihre eigene Gesundheit riskieren um Schaden von Bevölkerung und Umwelt abzuwenden. Die neuen CSA-Träger sind Benedikt Brandmiller und Robert Werner aus Bad Endorf, Andreas Bodler aus Prien, sowie Martin Liebl, Wolfgang Neugebauer und Johannes Herzog aus Vogtareuth.


Bericht: Johannes Herzog, FF Vogtareuth
Fotos: Christian Hof, CSA-Ausbildung KFVRosenheim

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