KFV-Rosenheim
Weitere CSA-Trägerin im LKR-Rosenheim ausgebildet



2004 fand der erste Chemikalien-Schutzanzug (CSA) - Lehrgang ausgearbeitet von den Fachbereichsleitern Atemschutz Hermann Kratz und Fachbereichsleiter Gefahrgut A-B-C-Öl Christian Hof bei der Feuerwehr Prien statt. In den letzten Jahren konnten wir gemeinsam 198 CSA-Träger von unseren 16 CSA Feuerwehren an verschiedenen Standorten ausbilden.

Vor wenigen Tagen konnten wir wieder einen Lehrgang mit 8 Teilnehmern bei der Feuerwehr Attel/Reitmehring anbieten. Dieser Lehrgang ist in den letzten Jahren schon ein fester Termin im Ausbildungskalender geworden, da die Feuerwehr Attel/Reithmehring gemeinsam mit der Firma Meggle ein CSA- Konzept für die Werkssicherheit der Firma Meggle entwickelt hat und in der Praxis sich bestens über die Jahre bewährt hat. Trotzdem war dieser Lehrgang etwas ganz besonderes. Heuer konnten wir auch wieder eine Feuerwehrfrau (Feuerwehr Pfaffing) für diesen interessanten Aufgabenbereich gewinnen. Sie ist hiermit die zweite CSA-Trägerin im Landkreis Rosenheim. 2009 nahm bereits eine Feuerwehrfrau aus Kolbermoor an einer CSA-Ausbildung teil. Wir hoffen, dass in Zukunft noch viele andere Feuerwehrfrauen aus den anderen CSA-Feuerwehren ebenfalls das gleiche Interesse zeigen und diese sehr umfangreiche Tätigkeit unter Sonderschutzkleidungen in besonderen Gefahrensituationen mit anpacken.

An einem Freitagabend fand die Theorieschulung statt. Am darauffolgenden Tag war der sogenannte praktische Tag. An verschiedenen Stationen wurde der Umgang mit dem CSA- Schutzanzügen gezeigt und die Teilnehmer mussten dies auch mehrmals praktisch umsetzen.

Die Ausbilder legten besonders Augenmerk auf das richtige An- und Auskleiden sowie auf die zusätzliche benötigte Ausrüstung des Geräteträgers/in. Anschließend wurden verschiedene Belastungsübungen durchgeführt. Ein wichtiger Bestandteil ist auch das Retten von eigenen verunfallten Personen unter dem Chemikalienschutzanzug. Verschiedene Methoden wurden nicht nur erklärt sondern auch praktisch vorgeführt.

 


Wegen der hohen körperlichen Belastung für die Teilnehmer wurden ausreichend Pausen eingelegt. Die Firma Meggle spendierte die komplette Verpflegung (Brotzeiten, Mittagessen, Kaffeepausen) für alle beteiligten Personen.

Am Nachmittag konnten wir dann gemeinsam zwei kleine Einsatzübungen bei der Firma Meggle in ihren Technikanlagen durchführen. Dabei zeigte sich wieder einmal, dass das einfache Konzept „CSA Trupp Attel“ bestehend aus einem Feuerwehrler/-in und einem Meggle-Mitarbeiter in den hochtechnischen Anlagen
eine schlagkräftige Truppe ist. Zurzeit hat die Firma Meggle 22 Mitarbeiter zum Atemschutzgeräteträger und gleichzeitig zum CSA-Träger ausgebildet. Diese 22 Mitarbeiter sind nicht alle aus den Reihen der Feuerwehren und trotzdem absolvieren sie alle Feuerwehrvorgaben. Sie machen alle die jährlichen Feuerwehrausbildungen, z.B. Theorieschulung, Atemschutzstrecke, Einsatzübungen, CSA-Übung mit. Zudem kommen die eigenen Firmenübungen sowie die auferlegten Sicherheitsübungen der Behörden dazu. Diese Truppe der Firma Meggle ist keine Werkfeuer-wehr sondern eine freiwillige eigene Gruppe die die Feuerwehr Attel/Reitmehring bei Betriebsunfällen unterstützt. Dabei werden sie vom Werksmeister Altmann der weit über seine Pflichten tätig ist betreut und geschult. Dieser Werksleiter lebt für seine Firma, für „seine“ Ortsfeuerwehr und trägt diese Begeisterung auf seine 22 Mitarbeiter über.

Mit den eigens entwickelten Sicherheitsdatenblättern der Firma Meggle und Bildern der Anlagen von den Räumen macht es erst möglich, dass wir alle vom gleichen sprechen, verstehen und gemeinsam die Maßnahmen besprechen können.


Somit ist dieser Einsatztrupp schon gut vorbereitet und kann in den verwinkelten, teilweisen engen und dunklen Gängen schnell und sicher arbeiten. In vielen Räumen ist durch die sehr lauten Geräusche der Maschinen eine Verständigung unter dem CSA nicht möglich und nur mit Zeichensprache und den Informationen anhand des Sicherheitsdatenblattes können die Trupps Ihre Aufgabe meistern.



Bei diesem Lehrgang konnten wir auch erstmalig digitale Handfunkgräte die von einer Funkfirma kostenlos zur Verfügung gestellt wurden realistisch testen. Wir hatten bei diesen Übungen analog- und digitale Funkgeräte im Einsatz und konnten viele neue Erkenntnisse gewinnen die für die nächsten Jahre sehr von Bedeutung sein werden. Auch eine „Live Übertragung“ von einer Kamera von der Einsatzstelle in den Einsatzleitbus wurde getestet. Nachdem der Einsatzauftrag erreicht worden ist, wurden die CSA Träger/-in über einen Dekonatminationsnachweisplatz geführt.
 

Nach einem sehr langen, anstrengenden und interessanten Tag konnten die beiden Fachbereichsleiter Kratz und Hof jeden Teilnehmer/in ein Zeugnis über den bestandenen Lehrgang mit Stolz überreichen. Ein besonderer Dank geht an die Feuerwehr Attel/Reihmehring, an den ersten Kommandant Herr Josef Ramm mit seinen zeitweisen 8 Helfern die die ganze Organisation, Verpflegung sowie viele Tätigkeiten im Hintergrund zum Gelingen des Lehrgangs beigetragen haben. Ebenfalls dürfen wir uns hiermit bei der Firma Meggle für die Verpflegung und die großzügigen Unterstützungen aller Art recht herzlich bedanken. Besonders das gute Verhältnis der Firma Meggle stellvertretend durch den Werkmeister Herr Altmann zur Feuerwehr ist bewundernswert. Vielleicht gewinnen wir in den nächsten Jahren auch andere Spezialfirmen aus dem Landkreis die so ein einfaches und wertvolles Sicherheitskonzept für die Feuerwehr gemeinsam mit uns entwickeln und einführen.


Bericht: Christian Hof, Fachbereichsleiter Gefahrgut A-B-C-Öl
Fotos: Firma Meggle, Feuerwehr Attel/Reitmehring, Hof Christian

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